Das Web 1.0 wird oft als „Nur-Lese-Web“ bezeichnet und umfasst ungefähr die Zeit von den frühen 1990er- bis zu den frühen 2000er-Jahren. Informationen flossen damals nur in eine Richtung. Websitebetreiber veröffentlichten feste Inhalte, und Besucher konnten diese lediglich lesen. Kommentieren, Hochladen oder Mitgestalten war für normale Nutzer kaum möglich.
Websites im Web 1.0 bestanden im Wesentlichen aus einfachen HTML-Seiten, die auf Servern gespeichert waren. Ihr Inhalt blieb unverändert, bis ein Entwickler ihn von Hand aktualisierte. Insgesamt war das Nutzungserlebnis schlicht und weitgehend passiv.
Charakteristisch für die Web-1.0-Phase waren:
statische HTML-Seiten, die bis zur nächsten manuellen Bearbeitung unverändert blieben
wenige bis gar keine nutzergenerierten Inhalte wie Kommentare oder Foren
kaum soziale Vernetzung oder Austausch in Communitys
nur wenige Möglichkeiten für dynamische oder interaktive Technologien
Weil die Inhalte allein bei den Websitebetreibern entstanden, waren die meisten Menschen im Netz Leser statt Beteiligte. Die Seiten enthielten meist einfachen Text, schlichte Bilder und Hyperlinks, die ein Dokument mit einem anderen verbanden. Dank dieser Schlichtheit ließen sich frühe Websites leicht veröffentlichen, und sie luden schnell. Zugleich waren die Möglichkeiten für ansprechende und personalisierte Inhalte begrenzt.
Zusammen beschreiben diese Phasen einen allmählichen Wandel vom passiven Konsum hin zu aktiver Beteiligung und möglicherweise zu mehr Kontrolle für die Nutzer. Das Web 1.0 bleibt ein nützlicher Bezugspunkt, weil in dieser Zeit die Protokolle und Strukturen entstanden, die das moderne Internet bis heute tragen, auch wenn sich die Formen der Interaktion seither grundlegend verändert haben.