Institutionelles DeFi auf XRPL: Wie die neue Strategie XRP verändern soll
Ripples neu vorgestellte Roadmap für den XRP Ledger (XRPL) kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Einerseits möchte die Firma XRPL als Grundlage für institutionelle DeFi etablieren.
Andererseits erlebt eine der bekanntesten XRP-Treasury-Firmen, Evernorth, bereits die Risiken und Chancen dieser Vision in Echtzeit.
DeFi für Institutionen: So kann dein XRP auf XRPL jetzt Rendite bringen
Evernorth besitzt etwa 473 Millionen XRP und plant einen Börsengang an der Nasdaq unter dem Ticker XRPN. Allerdings zeigen jüngste Marktbedingungen die Schattenseiten einer solchen Konzentration im Treasury-Bereich.
Da der XRP-Kurs bei etwa 1,33 USD liegt, zeigen Daten von CoinGecko, dass der Coin in den letzten 24 Stunden fast 7 Prozent verloren hat. Evernorth hat dadurch geschätzt 380 Millionen USD an nicht realisierten Verlusten.
XRP Kursentwicklung. Quelle: CoinGecko
Die Situation zeigt ein bekanntes Problem für Krypto-Treasuries: Große Bestände können in bullischen Märkten zu hohen Gewinnen führen, allerdings auch in Abschwüngen zu deutlichen Verlusten.
Das gilt besonders dann, wenn wichtige Infrastruktur, die extra Wert schaffen soll, noch im Aufbau ist.
Ripples Vorstoß in institutionelle DeFi
Ripples letzte Roadmap-Aktualisierung beschreibt die nächste Phase des Netzwerks als Wandel von einer Blockchain nur für Zahlungen hin zu einer umfassenden Lösung für den Finanzsektor.
Laut Ripple sollen neue Funktionen es erlauben, dass regulierte Unternehmen das Verleihen, Abwickeln und Bereitstellen von Liquidität direkt auf einer Chain abwickeln.
Bemerkenswert ist, dass XRP dabei als Brücken- und Abwicklungs-Token dient. Die neuen Funktionen umfassen:
Genehmigte Märkte
Vertrauliche Überweisungen
Tools für tokenisiertes Sicherheitenmanagement und
Ein eigenes Kreditprotokoll
„[Das Ledger entwickelt sich zu] einem Rundum-Betriebssystem für Finanzdienstleistungen in der realen Welt, wobei XRP eine zentrale Rolle bei Zahlungen, Liquidität und Kreditmärkten spielt“, heißt es im Blog.
Unter den anstehenden Neuerungen sorgt vor allem das XRPL Lending Protocol (XLS-66) für Aufmerksamkeit, da es Kreditmärkte direkt im Ledger eröffnen könnte.
Dieses System soll gemeinsame Liquidität durch Single-Asset-Tresore, Kredite mit festen Laufzeiten und automatische Rückzahlungsmechanismen ermöglichen.
Diese Features sollen klassische Kreditmärkte nachbilden – und gleichzeitig die Transparenz und Effizienz der Blockchain behalten.
Evernorth setzt alles auf hohe Rendite
Für Evernorth sind diese Entwicklungen mehr als bloße Theorie. Die Firma hat bereits angedeutet, ihre XRP-Bestände in das neue Kreditökosystem zu bringen, sobald das Protokoll einsatzbereit ist.
Evernorth Chief Business Officer Sagar Shah beschrieb die Initiative als großen Wandel darin, wie institutionelle Liquidität auf einer Chain funktionieren kann. Er sagte auch, eine aktive Teilnahme an XRPLs Lending-Infrastruktur könne erhebliche Renditeoptionen für XRP-Halter und das gesamte Ökosystem eröffnen.
Bei Erfolg kann diese Strategie große XRP-Treasuries in aktive, einkommensstiftende Anlagen verwandeln. So könnte der Verkaufsdruck sinken, während die Aktivität im Netzwerk wächst.
Umsetzungsrisiko bleibt bestehen
Trotz des positiven Ausblicks bleiben Unsicherheiten bestehen. Das Lending-Protokoll muss noch komplett eingeführt und von Validatoren unterstützt werden.
Außerdem hängt Ripples Roadmap davon ab, ob Institutionen wirklich Kapital in die XRPL-Märkte bringen – denn die Infrastruktur ist keine Garantie für eine breite Annahme.
Am Ende entscheiden Liquidität, klare Regeln und echte Anwendungsfälle, ob institutionelle DeFi auf XRPL wirklich eine wichtige Rolle spielt oder eine Nische bleibt.
XRP vor dem Härtetest: Wie geht es jetzt weiter?
Evernorths aktuelle Verluste zusammen mit dem langfristigen Ansatz, Kapital im XRPL zu nutzen, machen die Firma zum frühen Testfall für Ripples große Pläne.
Falls Kreditvergabe, mehr Privatsphäre und genehmigte Märkte wirklich viele Institutionen anziehen, könnten heutige Treasury-Verluste später als geschickte, frühe Positionierung für eine neue Finanz-Infrastruktur gelten.
Gelingt die Annahme aber nicht, könnten die Risiken großer Treasury-Strategien schwerer wiegen als die Chancen von institutionellem DeFi.
Im Moment steht der Markt daher zwischen zwei Möglichkeiten:
Kurzfristige Schwankungen auf der einen Seite
Eine noch nicht bewiesene Vision von XRP-basiertem Finanzsystem auf der anderen.
Nach Crash: Solana-Kurs steigt um 15 % – Doch On-Chain-Daten schüren Zweifel
Der Solana-Kurs ist nach einem starken Einbruch wieder deutlich gestiegen. Nachdem der Coin am 4. Februar aus seinem fallenden Preiskanal gefallen ist, hat SOL fast 30 Prozent verloren und lag dann bei rund 67 USD. Seitdem hat sich der Token um mehr als 15 Prozent erholt und ist wieder in Richtung 78 USD gestiegen.
Auf den ersten Blick wirkt diese Erholung positiv. Allerdings zeigen On-Chain-Daten, dass der Anstieg eher durch kurzfristige Spekulationen als durch nachhaltige Nachfrage getrieben wird. In der Vergangenheit sind solche schnellen Erholungen oft nicht von Dauer, sobald viel spekulatives Kapital in den Markt kommt. Die aktuellen Daten deuten daher darauf hin, dass Solana weiter unter Druck stehen könnte, wenn ein wichtiger Bereich nicht zurückerobert wird.
Abwärtstrend löst 30 % Kursrutsch aus
Der Abverkauf bei Solana hat sich beschleunigt, nachdem der Kurs am 4. Februar deutlich die untere Trendlinie des fallenden Kanals durchbrochen hat. Das bestätigt auch eine vorherige SOL-Kursanalyse.
Nachdem die Unterstützung an der unteren Trendlinie gefallen war, ist SOL schnell in Richtung des Kursziels bei 67 USD gefallen. Insgesamt bedeutet das einen Einbruch von fast 30 Prozent vom letzten Hoch.
Solana Kursziel nach Ausbruch erreicht: TradingView
Nachdem Solana den Bereich um 67 USD erreicht hatte, kamen Käufer wieder und der Kurs stieg auf 78 USD. Obwohl das einer Erholung von mehr als 15 Prozent entspricht, zeigt die technische Struktur insgesamt keine deutliche Verbesserung.
Auch in früheren Zyklen gab es nach starken Einbrüchen ähnliche Erholungen. Allerdings waren diese meist nur dauerhaft, wenn viel akkumuliert wurde. Bisher fehlt diese Bestätigung, da die Käuferstruktur aktuell besonders kritisch betrachtet wird.
Kurzfristige Käufer treiben Erholung an, während Langzeit-Halter aussteigen
On-Chain-Daten zeigen, dass die aktuelle Solana-Erholung vor allem durch kurzfristige Halter und nicht durch Langzeit-Investoren kommt. Laut der HODL-Waves-Metrik, die Wallets nach Haltezeit einteilt, ist der Anteil der Gruppe von einem Tag bis eine Woche zwischen 4,49 Prozent und 6,08 Prozent vom 4. bis 6. Februar gestiegen.
Das bedeutet, dass spekulatives Kapital in kurzer Zeit stark zugenommen hat. Erfahrungsgemäß verkauft diese Gruppe schnell, wenn der Markt schwächelt, und ihr Kaufverhalten ist daher keine sichere Basis für dauerhafte Anstiege.
Spekulatives Kapital fließt ein: Glassnode
Ein ähnliches Muster zeigte sich auch Ende Januar. Am 27. Januar hielten kurzfristige Besitzer etwa 5,26 Prozent des Angebots. Bis zum 31. Januar sank ihr Anteil auf 4,38 Prozent, da sie bei Schwäche verkauft haben. In dieser Phase fiel der Solana-Kurs von ungefähr 127 USD auf 105 USD, was einen Rückgang von rund 17 Prozent bedeutete.
Historische Kursrelevanz: Glassnode
Dieses Verhalten zeigt, wie schnell kurzfristige Käufer bei nachlassender Dynamik verkaufen können. Da ihr Anteil jetzt wieder zunimmt, könnte die jüngste Erholung kippen, falls erneut Verkaufsdruck entsteht.
Gleichzeitig reduzieren langfristige Halter weiterhin ihr Engagement. Die Hodler-Netto-Position (eine Kennzahl für Langzeitinvestoren) ging von ungefähr 2,87 Millionen SOL am 3. Februar auf rund 2,37 Millionen SOL am 5. Februar zurück. Innerhalb von zwei Tagen entsprach das einem Rückgang von 17 Prozent, trotz des vorherigen Kursrückgangs.
Hodler kaufen nicht weiter zu: Glassnode
Das zeigt, dass Anleger, die mehr als 155 Tage halten, weiterhin eher verkaufen als kaufen.
Wenn kurzfristige Käufer ihre Positionen ausbauen, während Langfristige den Markt verlassen, deutet das meistens auf eine schwache Marktlage hin. Dieses Ungleichgewicht zeigt, dass die Überzeugung schwach bleibt und der Kursanstieg noch nicht von starken Kapitalzuflüssen getragen wird.
Solana-Kurs: Diese Marken zeigen, warum die Erholung noch unsicher ist
Die Kursstruktur von Solana spiegelt die Schwäche wider, die On-Chain zu sehen ist.
Der erste wichtige Bereich liegt bei 93 USD. Um dieses Niveau zurückzuerobern, müsste der Kurs um fast 19 Prozent von jetzt aus steigen. Erst dann würde sich die Marktstruktur klar verbessern und auch mehr Vertrauen unter den Hodlern entstehen. Bleibt der Anstieg aus, ist bei weiteren Aufwärtsbewegungen wahrscheinlich mit Verkaufsdruck zu rechnen.
Über 93 USD gibt es einen stärkeren Widerstand bei 105 USD und 121 USD. Dort gab es zuvor Rückgänge. Solana muss diese Bereiche zurückerobern, damit man einen mittelfristigen Aufwärtstrend bestätigen kann.
Auf der Unterseite bleibt der Bereich um 67 USD eine wichtige Unterstützung. Dort lag das letzte Zyklus-Tief. Sollte Solana länger unter 67 USD bleiben, rückt das nächste Ziel bei 59 USD in den Fokus.
Solana Kursanalyse: TradingView
Fällt der Kurs unter 59 USD, könnte Solana in eine noch stärkere Korrekturphase fallen. Dann werden weiter unten liegende Unterstützungen wichtig. Zudem könnten kurzfristige Halter mehr verkaufen. Auch langjährige Investoren könnten weiter ihre Coins abgeben.
Solange Solana nicht die 93 USD zurückerobert und keine langfristige Akkumulation einsetzt, bleibt die Erholung schwach. In dieser Situation sind schnelle Richtungsänderungen beim Kurs weiterhin möglich.
Bitcoin- & Krypto-Treasuries stehen vor steigender Insolvenzgefahr
Krypto-Treasury-Unternehmen stehen unter wachsendem finanziellem Druck, nachdem Bitcoin und Ethereum in einer Woche fast 30 Prozent gefallen sind. Dadurch wurden rund 25 Mrd. USD an nicht realisiertem Wert aus den Bilanzen digitaler Vermögenswerte gelöscht.
Daten von börsennotierten Krypto-Treasury-Firmen zeigen, dass aktuell keine dieser Firmen Vermögenswerte über ihrem durchschnittlichen Einstandspreis hält. Der starke Kursrückgang hat fast alle Treasury-Strategien gleichzeitig ins Minus gedrückt. Daher gibt es nun große Sorgen um Liquidität, Finanzierung und Zukunftsfähigkeit.
Nicht realisierte Gewinne und Verluste von Digital-Asset-Treasuries. Quelle: Artemis Verluste treffen den gesamten Bitcoin- & Krypto-Treasury-Sektor
Der Ausverkauf traf besonders Firmen mit vielen Treasury-Beständen zur gleichen Zeit.
Große Inhaber verzeichneten die höchsten Buchverluste, wodurch sich die gesamten nicht realisierten Gewinne und Verluste stark ins Minus drehten. Die Verluste sind zwar nicht real, aber ihre Höhe ist wichtig, denn sie schwächen Bilanzen und den Eigenkapitalwert.
Darum hat sich der Markt von einer Belohnung beim Krypto-Aufbau zu einer Bewertung des Überlebensrisikos entwickelt.
Bitcoin- & Krypto-Treasury: Marktprämien brechen ein
Ein wichtiges Warnzeichen ist der Rückgang des Markt-Nettovermögenswerts (mNAV). Dieser Wert vergleicht die Bewertung des Eigenkapitals einer Firma mit dem Wert ihrer Krypto-Bestände.
Einige große Bitcoin- und Krypto-Treasury-Firmen werden aktuell unter einem mNAV von 1 gehandelt. Das heißt: Der Markt bewertet ihr Eigenkapital niedriger als ihre Vermögenswerte. Dadurch verlieren solche Firmen die Möglichkeit, neues Kapital über Aktienausgaben aufzunehmen, ohne die Anteile der Eigner zu verwässern.
mNAV fällt bei den meisten Krypto-Treasuries unter 1. Quelle: CoinGecko
MicroStrategy, einer der größten Bitcoin-Halter unter den Unternehmen, wird unter dem Wert seiner Vermögenswerte gehandelt, obwohl das Unternehmen Krypto im Wert von mehreren Milliarden USD besitzt.
Dieser Abschlag schränkt die Möglichkeiten ein, weitere Krypto-Käufe zu finanzieren oder günstig zu refinanzieren.
MicroStrategy-Aktien verloren in einem Monat 35 Prozent. Quelle: Google Finance Geringe Liquidität erhöht Insolvenzrisiko
Nicht realisierte Verluste führen allein nicht zur Insolvenz. Das Problem entsteht erst, wenn sinkende Vermögenspreise auf Schulden, Kredite oder anhaltenden Geldverbrauch treffen.
Mining-Firmen und Treasury-Strukturen, die auf externe Finanzierung angewiesen sind, sind besonders gefährdet. Bleiben die Krypto-Kurse niedrig, könnten Kreditgeber ihre Bedingungen verschärfen. Gleichzeitig könnten die Aktienmärkte verschlossen bleiben, zudem könnte es schwieriger werden, Kredite zu verlängern.
Das führt zu einer Abwärtsspirale: Niedrigere Kurse drücken den Eigenkapitalwert, was den Zugang zu Kapital einschränkt und den Druck auf die Bilanz erhöht.
Eine Stressphase, kein Zusammenbruch
Der aktuelle Rückgang zeigt vor allem, dass es zu einer erzwungenen Verringerung von Kredithebeln und zu schwierigen finanziellen Bedingungen kommt – und nicht, dass Krypto-Vermögenswerte grundsätzlich gescheitert sind.
Wenn die Kurse allerdings nicht wieder steigen und die Kapitalmärkte angespannt bleiben, dürfte der Stress noch zunehmen.
Bis jetzt bleiben die Krypto-Treasury-Firmen zahlungsfähig. Dennoch ist ihr Spielraum deutlich kleiner geworden.
US-Wirtschaft stürzt ab: Warum neben Bitcoin auch Gold und Silber fallen
In dieser Woche haben die weltweiten Märkte stark verloren. Betroffen waren Bitcoin, Krypto, Aktien und sogar üblicherweise sichere Anlagen wie Gold und Silber. Dieser gemeinsame Rückgang zeigt, dass es aktuell nicht um Probleme einzelner Anlagen geht, sondern um einen großen Mangel an Geld im Umlauf.
Bitcoin führte die Verluste bei riskanten Anlagen an, während Gold und Silber ihre höchsten Wochenverluste seit Monaten zeigten. Viele Anleger haben also fast alles verkauft. Das deutet auf einen Zwangsverkauf in den Portfolios hin, nicht auf eine Veränderung der Vorlieben der Anleger.
Bitcoin-, Gold- und Silber-Kursdiagramme der vergangenen Woche. Quelle: TradingView Liquiditätsengpass statt Marktumschichtung
Normalerweise fließt bei Stress in Krypto mehr Geld in Gold oder auf das Bankkonto. Dieses Mal haben Anleger jedoch alles verkauft, was verkauft werden konnte.
So ein Verhalten sieht man meistens, wenn Schulden schnell abgebaut werden. Wer einen Kredit oder Hebel nutzt und einen Nachschuss leisten muss, verkauft zuerst die Anlagen, die sich schnell verramschen lassen – darunter Bitcoin, Gold und Silber. Dabei entscheidet nicht die Meinung, sondern der Zwang.
Fed-Maßnahmen bringen keine Ruhe an die Märkte
Im Mittelpunkt des Durcheinanders stehen Unsicherheiten rund um die Geldpolitik der USA. Die US-Notenbank hat im Dezember die geldpolitische Straffung gestoppt und begann, kurz laufende US-Staatsanleihen zu kaufen, damit die Banken genügend Geld haben.
Mit dem Ende dieser Maßnahmen wird dem Finanzsystem nun kein Geld mehr entzogen. Für Banken bedeutet das, dass sie nicht mehr mit weniger Reserven rechnen müssen. Unternehmen und Haushalte müssen weniger Angst haben, dass Banken plötzlich kaum noch Geld verleihen können.
Die US-Notenbank sorgt mit dem Kauf von Kurzläufer-Anleihen dafür, dass Banken ausreichend Geld für den täglichen Bedarf haben und der Handel am Geldmarkt reibungslos läuft.
Solche Schritte helfen also der grundlegenden Funktion des Finanzsystems, aber nicht direkt den Preisen an den Märkten. Sie sorgen nicht für niedrigere Kreditzinsen, sinkende Bauzinsen oder mehr Lust auf Risiko.
Langfristig bleiben die Zinsen hoch und das Umfeld angespannt.
Deshalb sahen viele Anleger diesen Schritt auch nicht als Entspannung, sondern als ein Warnsignal.
Jobdaten sorgen für Unsicherheit und erhöhten Druck
Neue US-Arbeitsmarktdaten haben die Unsicherheit noch verstärkt. Es gibt weniger offene Stellen, weniger Neueinstellungen und mehr Kündigungen. Das Vertrauen der Verbraucher ist so niedrig wie seit 2014 nicht mehr.
Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit immer noch recht niedrig und die Inflation hoch genug, dass schnelle Zinssenkungen weiter auf sich warten lassen. Dadurch stecken die Märkte zwischen schwacher Wirtschaft und strengen Kreditbedingungen fest.
Darum sind Gold und Silber gemeinsam mit Bitcoin gefallen
Gold und Silber haben an Wert verloren – und das, obwohl die Unsicherheit zunimmt. Der Grund: Viele brauchten Bargeld. Beide Rohstoffe waren zuvor stark gestiegen und deshalb leicht zu verkaufen.
Außerdem blieben die realen Zinsen hoch und der US-Dollar wurde stärker. So fehlt Gold und Silber aktuell die Unterstützung.
Kryptowährungen verloren noch deutlicher an Wert, weil sie am Ende der Geldrangfolge stehen. Wenn Schulden abgebaut werden, trifft es Krypto zuerst.
Daten zu Bitcoin-Derivaten zeigen, dass viele auf steigende Kurse gewettet hatten. Als die Kurse fielen, wurden viele solcher Positionen zwangsverkauft. Gleichzeitig kauften weniger Leute ETFs, was die Nachfrage senkte.
Der große Markt-Reset läuft
Die vergangenen zwei Wochen zeigen ein gemeinsames Muster: Viele hatten schon schneller mit mehr Geld gerechnet. Doch das zusätzliche Geld kam nicht so schnell, wie gehofft.
Darum gingen riskante Anlagen gleichzeitig nach unten. Dadurch mussten sich Anleger in Krypto, Aktien und Rohstoffen neu aufstellen.
Was das für die Zukunft bedeutet
Dieser Ausverkauf zeigt nicht, dass Bitcoin oder Gold als langfristiger Schutz gescheitert sind. Vielmehr ist es eine kurzfristige Geldkrise, wie sie oft vor neuen politischen Entscheidungen oder mehr Klarheit in der Wirtschaft auftritt.
Momentan bleiben die Märkte angespannt. Bis sich das Vertrauen in die Geldversorgung oder die Wirtschaftsdaten klar verändern, muss man wohl weiter mit viel Schwankung rechnen.
S&P 500 bleibt stark, während Bitcoin-Kurs auf 1-Jahres-Tief fällt
US-Aktienmärkte erholten sich und der S&P 500 stieg auf 6.976 USD, bevor es eine Korrektur gab. Zu Beginn der Woche schloss der Leitindex knapp unter seinem bisherigen Rekord und bewegte sich in der Folge kurzzeitig höher. Die Risikobereitschaft bei Aktien war dabei deutlich stärker, während die Krypto-Märkte weiterhin schwach blieben.
Zur gleichen Zeit entwickelte sich Bitcoin schwächer. Der Verkaufsdruck nahm zu, weil das meiste Kapital in traditionelle Risikoanlagen floss. Dadurch wurde der Unterschied zwischen Aktien- und Krypto-Stimmung in den letzten Tagen noch deutlicher.
S&P 500 Jahr-bis-dato Chart KI-Aktien und Small Caps sorgen für neuen Schwung am Aktienmarkt
Der letzte Anstieg beim S&P 500 wurde vor allem von großen Technologie- und Halbleiterunternehmen angeführt. Anleger kehrten nach einer kurzen Pause, ausgelöst durch Bewertungsfragen, wieder zu Aktien mit KI-Bezug zurück.
Alphabet erreichte ein neues Allzeithoch, Amazon stieg vor Quartalszahlen, und Chip-Hersteller erzielten insgesamt Gewinne, weil die Erwartungen an die Nachfrage wieder zunahmen.
Auch die Breite des Marktes verbesserte sich. Kleine Unternehmen entwickelten sich besser als die größten Firmen, der Russell 2000 legte rund drei Prozent im laufenden Jahr zu.
Solche Zeichen von Stärke deuten oft auf Vertrauen in das Wachstum im Inland hin. Das untermauert zudem optimistische Aktienprognosen, solange die Unternehmen weiter gute Ergebnisse liefern.
Gewinne statt Bewertungen treiben jetzt die Rally
Die Unternehmenszahlen bleiben der zentrale Motor für den Aufwärtstrend an den Märkten. Experten schätzen nun, dass die Firmen im S&P 500 im letzten Quartal fast elf Prozent Gewinnwachstum schaffen. Das sind deutlich bessere Aussichten als noch zu Jahresbeginn.
Laut Daten von FactSet, auf die sich die Marktstrategen beziehen, haben über 80 Prozent der berichtenden Unternehmen die Erwartungen übertroffen.
Neue Untersuchungen zeigen, dass rund 84 Prozent der Gesamtrendite des S&P 500 derzeit auf Gewinnwachstum zurückzuführen sind. Das ist ein Wandel, weil früher die Ausweitung der Bewertungs-Multiplikatoren wichtiger war. Diese Veränderung nimmt zudem die Sorge vor einer KI-Blase, da die höheren Kurse immer öfter durch Gewinne und Cashflow gestützt werden.
Makro-Umfeld hält Risikofreude hoch
Das gesamtwirtschaftliche Umfeld hat Aktienrisiken bislang gestützt. Das BIP-Wachstum der USA liegt bei etwa 3,3 Prozent, die Inflation bleibt relativ im Rahmen, und die Daten zur Produktivität haben sich verbessert. Selbst politische Unsicherheiten wie ein Shutdown der Bundesbehörden und verspätete Wirtschaftsdaten haben das Vertrauen der Märkte kaum geschwächt.
Die wichtigsten US-Indizes haben zusammen mit dem S&P 500 gut zugelegt. Der Dow Jones kletterte seit Jahresbeginn um mehr als ein Prozent. Der Nasdaq Composite dagegen fiel um etwa 2,6 Prozent.
Dow Jones Jahr-bis-dato Chart
Anleger schauen jetzt auf kommende Wirtschaftsdaten und auf Signale der US-Notenbank. Sie möchten wissen, ob die Finanzlage weiterhin günstig bleibt.
Bitcoin-Schwäche zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Märkten
Während die Aktienmärkte gestiegen sind, ging es für die Krypto-Märkte nach unten. Der Bitcoin-Kurs fiel unter 65.000 USD. Das ist der tiefste Stand seit etwa einem Jahr und setzt einen Abwärtstrend fort, der auf digitale Werte drückt.
Der Rückgang kommt, weil die Dynamik nachlässt, das Interesse an Spekulationen sinkt und Kapital zu Aktien wandert, bei denen man deutlicheres Gewinnwachstum sieht.
Die unterschiedlichen Entwicklungen zeigen zudem, dass sich traditionelle Risikoanlagen und Krypto immer weiter voneinander entfernen – zumindest kurzfristig.
Obwohl beide Märkte von viel Liquidität profitieren können, bevorzugen Anleger derzeit Vermögenswerte, die an Unternehmensgewinne gebunden sind.
Der Anstieg des S&P 500 auf Rekordhöhen zeigt, dass Gewinnwachstum – und nicht Bewertungsanstiege – die Rally antreibt. Investments in KI, starke kleine Firmen und positive Wirtschaftsdaten stützen diese Entwicklung weiterhin. Dennoch sollten Anleger bei Rekordständen auch vorsichtig sein.
Der Rückgang von Bitcoin auf ein Einjahrestief zeigt, wo das Interesse an Risiko gerade schwächer wird. Allerdings führen Aktienmärkte zurzeit die gesamte Risikostimmung an den Märkten an.
Bitcoin-Prognose für Freitag, 06. Februar 2026: Der Bitcoin Kurs ist jetzt bereits mehr als 52 % gefallen. Wird der BTC Kurs auf 45.000 USD fallen?
Kaum jemand hat es vorhergesehen. Nach einem bullischen Jahresstart offenbart sich der Februar als Bitcoin Preis Killer. Wird der Preis jetzt noch tiefer fallen?
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Der Bitcoin Kurs könnte eine Aufwärtsbewegung von 49 % bis 74 % erleben
Der BTC Kurs ist bereits über 52,5 % gefallen. Dabei hat er die 50-Monate-EMA Unterstützung bei rund 65.323 USD bereits unterschritten, obschon der Kurs noch darüber schließen könnte.
Die nächsten signifikanten Unterstützungen liegen bei den Golden Ratio Niveaus zwsichen rund 45.000 USD und 58.000 USD. Dort könnte der Kurs heftig bullisch abprallen, um zu den nächsten Fib Widerständen bei rund 76.000 USD respektive 81.500 USD zu steigen.
Das impliziert ein Auwärtspotenzial von rund 49 % bis 74 %. Zuvor müsste Bitcoin aber erst noch um weitere 15 % bis 32 % fallen. Sofern sich Bitcoin über der Golden Ratio bei rund 45.000 USD hält, bleibt der Aufwärtstrend bullisch intakt.
Andernfalls befindet sich Bitcoin in einem neuen Bärenmarkt. Darüber hinaus weist das Histogramm des MACDs einen Abwärtstrend im Monatschart auf und die MACD Linien haben sich bärisch überkreuzt, während sich der RSI überverkauften Regionen nähert.
Bitcoin Preis Chart von Tradingview Wird sich der Bitcoin Kurs über der Golden Ratio bei rund 45.000 USD halten können?
Sollte sich Bitcoin über der Golden Ratio Unterstützung bei rund 45.000 USD halten können, liegt am 50-Wochen-EMA der entscheidende Widerstand. Dort treffen beide Golden Ratio Widerstände zusammen, welche es zu brechen gilt, um die Korrekturphase zu beenden.
Davon abgesehen weisen die EMAS aber noch ein Golden Crossover auf, womit der Trend mittelfristig bullisch bestätigt bleibt. Das Histogramm des MACDs tickt hingegen seit letztem Monat bärisch tiefer und die MACD Linien sind bärisch überkreuzt, während sich der RSI in neutralem Gebiet bewegt.
Bitcoin Preis Chart von Tradingview Wartet jetzt eine Aufwärtsbewegung auf den Bitcoin Kurs?
Der heutige Tage beginnt zunächst bullisch. Jedoch zeigen sich die Indikatoren eindeutig bärisch im Tageschart.
So weisen die EMAs ein Death Cross auf, womit der Trend kurz- bis mittelfirsitg bärisch bestätigt ist. Zudem sind die MACD Linien bärisch überkreuzt während das Histogramm des MACDs konsequent bärisch tiefer tickt.
Der RSI bewegt sich dabei in stark überverkauften Regionen, zeichnet aber keine bullische Divergenz ab.
Bitcoin Preis Chart von Tradingview Im 4H-Chart haben die EMAs ein Death Cross geformt
Im 4 Stunden Chart hat sich ebenso ein Death Cross gebildet, womit der kurzfristige Trend bärisch bestätigt ist. Die MACD Linien sind zudem bärisch überkreuzt, obschon das Histogramm des MACDs jetzt bullisch höher zu ticken beginnt.
Der RSI bewegt sich dabei in überverkauften Regionen und gibt auch hier keine bullschen Signale.
Bitcoin Preis Chart von Tradingview Der Bitcoin Kurs fällt derzeit etwas stärker als der Krypto-Markt
Die Bitcoin Dominanz nimmt jetzt ab, da der BTC Kurs derzeit stärker fällt als der Krypto-Markt. Das Histogramm des MACDs zeichnet dabei einen klaren Abwärtstrend ab im Monatschart und die MACD Linien sind bärisch überkreuzt.
Währenddessen gibt der RSI weder bullische noch bärische Signale. Die Bitcoin Dominanz hält sich seit vielen Monaten unterhalb des 0,382 Fib Widerstands bei rund 60,5 %.
In Folge dessenkönnte eine Korrektur in Richtung des 50-Monate-EMA bei etwa 56,7 % oder zur 0,382 Fibonacci Unterstützung bei rund 55,7 % kommen.
Der RSI nimmt dabei eine neutrale Position ein. Gelingt hingegen ein bullischer Ausbruch über den 0,382 Fib Widerstand bei rund 60,5 %, wartet bei etwa 63 % der nächste signifikante Fibonacci Widerstand.
Bitcoin Dominanz Chart von Tradingview
Bitcoin wird unter anderem auf diesen Krypto-Börsen gehandelt:
Crypto.com
Coinbase
Bitget
Bybit
Binance
Kraken
KuCoin
OKX
Hier geht es zur letzten BTC Kursprognose vom 29. Januar 2026.
Siehe die vollständige Bitcoin-Kursprognose für 2026 hier.
Krypto-Liquidationen erreichen 2,65 Mrd. USD in 24 Stunden – Steht die Bären-Kapitulation bevor?
Die Verluste für Trader haben in der ersten Februarwoche stark zugenommen. Das Volumen der Liquidationen stieg immer weiter, da der Markt mehrmals die Hoffnungen auf eine Erholung zerstörte – viele rote Kerzen folgten hintereinander.
Dennoch zeigen verschiedene Analysen, dass es am Ende des Tunnels Hoffnung gibt. Eine schnelle Erholung ist jedoch weiterhin unwahrscheinlich.
Mehr als 2,6 Mrd. USD in 24 Stunden liquidiert – zeigt Schwäche am Markt
CoinGlass hat berichtet, dass die Gesamtliquidationen am Kryptomarkt in den letzten 24 Stunden bei 2,65 Mrd. USD lagen. Davon stammten mehr als 2,2 Mrd. USD aus Long-Positionen.
„Laut CoinGlass-Daten wurden in den vergangenen 24 Stunden 586.053 Trader liquidiert. Die Gesamtliquidationen lagen bei 2,65 Mrd. USD”, berichtete CoinGlass.
Gesamte Liquidationen am Kryptomarkt. Quelle: CoinGlass
Laut CoinGlass-Daten ereignete sich zudem das kleinste Ereignis in den Top 10 der Krypto-Liquidationen aller Zeiten erst kürzlich am 31. Januar mit 2,56 Mrd. USD. Daraus lässt sich schließen, dass sich die Rangliste bald ändern könnte.
Der Marktanalyse-Account The Kobeissi Letter erklärte, dass dieser Rückgang nicht nur ein kurzfristiger Schock ist. Es handelt sich vielmehr um einen strukturellen Abschwung, der seit Oktober des letzten Jahres anhält.
Zu den Hauptursachen gehören geringe Liquidität, eine negative Stimmung und anhaltender Liquidationsdruck über viele Märkte hinweg. Der Account betonte, dass es immer wieder denselben Kreislauf gibt: Liquidationen schädigen die Stimmung, und die schlechte Stimmung löst neue Liquidationen aus.
Schwankungen im Bitcoin-Kurs von bis zu 10.000 USD am gleichen Tag sind auf die deutlich gesunkene Markttiefe zurückzuführen. Die aktuelle Markttiefe von Bitcoin liegt nur noch bei 30 Prozent des Höchstwerts vom Oktober. Diese Situation erinnert an die Zeit nach dem FTX-Kollaps im Jahr 2022.
Markttiefe von Bitcoin. Quelle: The Kobeissi Letter
Ein Bericht von BeInCrypto merkt an, dass die anhaltenden Panikverkäufe viele Krypto-Treasuries einem wachsenden Insolvenzrisiko aussetzen. Der Rückgang von Bitcoin auf 60.000 USD hat dazu geführt, dass die Bitcoin-Bestände von MicroStrategy unter den Einstandspreis gefallen sind, was den Druck auf die Bilanz erhöht.
Vor diesem Hintergrund hat der erfahrene Charttechniker Peter Brandt eine Prognose auf Basis des „Bitcoin Power Law“-Modells abgegeben. Seiner Einschätzung nach könnte sich der Bitcoin-Kurs in einer „Bananenschalen-Spanne“ bewegen und möglicherweise Unterstützung bei rund 42.000 USD finden.
Brandt sagte, wenn Bitcoin in diese Zone fällt, könnten bullische Anleger, ähnlich wie in früheren Bären-Zyklen, wahrscheinlich nicht lange unter diesem Niveau bleiben.
Entsteht hier eine große Chance?
Trotz der schwierigen Lage sind nicht alle Analysten pessimistisch.
Glassnode berichtete, dass der Kapitulationsindex von Bitcoin den zweitgrößten Anstieg der letzten zwei Jahre zeigte. Dies bedeutet, dass aktuell viele zu Panikverkäufen gezwungen sind. Diese Kennzahl zeigt, auf welchen Preisniveaus die Coins gehalten werden, und misst den Stress im Markt, um mögliche lokale Tiefpunkte besser zu erkennen.
Solche Stressphasen gehen oft mit viel Unsicherheit und starken Kursausschlägen einher. In diesen Momenten passen Investoren meist ihre Positionen an.
Kapitulations-Kennzahl von Bitcoin. Quelle: Glassnode
Großangelegte Liquidationen sorgen zudem dafür, dass die gesamte Marktverschuldung sinkt. Dadurch wechselt der Fokus von Hebelspekulation auf den direkten Kauf von Coins. „Schwache Hände“ verlassen den Markt, es entsteht Platz für Investoren mit mehr Überzeugung.
„Die Entschuldung von Bitcoin könnte bald eine starke Chance bieten”, erklärte der Ökonom Daniel Lacalle.
Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass sich eine Kaufgelegenheit aufbauen könnte. Dennoch können sie nicht genau vorhersagen, wann eine Erholung beginnt.
XRP-Kurs zeigt mögliches Tief – aber die Vergangenheit mahnt zur Vorsicht
Der XRP-Kurs zeigt erste Anzeichen von Stabilisierung, nachdem es in den letzten 24 Stunden einen starken Ausverkauf gab. Der Token ist vor Kurzem aus seinem langfristigen fallenden Kanal ausgebrochen und kurzzeitig unter seinen realisierten Preis gefallen. Dieser Wert zeigt den durchschnittlichen Kaufpreis aller umlaufenden Coins an. Nach dem Absturz auf etwa 1,11 USD ist der XRP-Kurs wieder in Richtung des Bereichs um 1,30 USD gestiegen.
Auf den ersten Blick sieht das nach einer starken Erholung aus. In früheren Zyklen traten solche Bedingungen oft nahe den wichtigen Wendepunkten auf. Allerdings zeigen Daten aus der Vergangenheit, dass XRP oft lange Zeit auf diesen Niveaus verweilt, bevor eine echte Erholung beginnt. Aktuelle On-Chain- und technische Daten deuten zudem darauf hin, dass zwar der Verkaufsdruck steigt, der Markt allerdings noch nicht komplett bereinigt ist.
Abwärtsausbruch: XRP rutscht in Hochrisikozone
Der Rückgang von XRP beschleunigte sich zwischen dem 4. Februar und 6. Februar, als der Kurs klar unter den fallenden Kanal gefallen ist. Dieser Kanal führte den Kurs seit Mitte 2025 immer weiter nach unten und bildete ein deutliches Muster von tieferen Hochs und tieferen Tiefs.
Nach dem Bruch der unteren Trendlinie rutschte der XRP-Kurs in die erwartete Abwärtszone bei etwa 0,93 USD und berührte für kurzzeitig 1,11 USD. Auch wenn sich der Kurs anschließend erholt hat, ist die gesamte Struktur weiterhin schwach.
XRP Kursstruktur: TradingView
Ähnliche Ausbrüche nach unten haben in früheren Zyklen selten sofortige Tiefs und schnelle Erholungen ausgelöst.
So erklärt die Realized-Price-Historie, warum diese Boden-Phase jahrelang anhalten kann
Mitte 2022 hat XRP eine wichtige Unterstützung, die Linie des realisierten Preises, verloren und ist in eine längere, bärische Phase gegangen. Nach diesem Ausbruch nach unten ist der Kurs über mehr als zwei Jahre hinweg seitwärts und abwärts verlaufen, bevor dann der Anstieg Ende 2024 begann.
Dieses Muster zeigt, dass große Brüche im Chart oft zu langen Phasen der Stabilisierung führen und nicht sofort zu einer Umkehr. Die aktuelle Erholung Richtung 1,30 USD hat dieses Muster bisher noch nicht verändert.
Während des jüngsten Ausverkaufs ist XRP kurz unter seinen realisierten Preis gefallen, der aktuell bei etwa 1,47 USD liegt. Der realisierte Preis steht für die durchschnittlichen Kaufkosten aller Token im Umlauf. Befindet sich der Marktkurs darunter, dann sind die meisten Anleger im Minus.
Dieser Zustand steht oft für Zeiten finanziellen Stresses, allerdings bedeutet das nicht zwangsläufig, dass das Tief bereits erreicht wurde.
Durchbrochene Realisierte-Preis-Linie: Glassnode
Ein klares Beispiel dafür liefert das Jahr 2022.
Im Juni 2022 lag der XRP-Kurs bei etwa 0,31 USD, während der realisierte Preis ungefähr 0,56 USD betrug. Das entsprach einem Minus von fast 46 Prozent unter dem realisierten Preis. Trotz dieses großen Abschlags startete trotzdem kein bullischer Markt. Es folgte stattdessen eine lange Bärenphase.
Von Mitte 2022 bis November 2024 bewegte sich XRP häufig im Bereich seines realisierten Preises, oftmals nur knapp darüber oder darunter. Diese ‚an der Linie kleben‘-Phase dauerte über zwei Jahre. Erst nach dieser langen Zeit der Seitwärtsbewegung folgte die große Rallye in Richtung 3,54 USD.
Im Vergleich zu damals sieht die aktuelle Lage leichter aus.
Historischer Bruch der realisierten Preis-Linie: Glassnode
Der aktuelle Kurs von etwa 1,21–1,30 USD liegt nur um 18 bis 25 Prozent unter dem realisierten Preis von 1,47 USD. Im Jahr 2022 lag der Abschlag fast doppelt so hoch. Das zeigt, dass der Stress im Markt zunimmt, aber eine vollständige, langfristige Kapitulation wohl noch aussteht.
Langfristige Holder stärken bullischen Blick auf den Realized-Preis
Der Net Unrealized Profit/Loss (NUPL) der langfristigen Halter steht aktuell bei etwa -0,19. Das bedeutet, viele XRP-Investoren mit langem Anlagehorizont sind jetzt im Minus. In früheren Zyklen war dieser Wert bei wichtigen Tiefs sogar noch tiefer, etwa bis -0,31 (Anfang 2023), bevor er sich stabilisiert hat.
Long Term Holder NUPL: Glassnode
Auch wenn viele Halter unter Druck stehen, deuten die bisherigen Zyklen darauf hin, dass sich diese Phase noch einige Zeit hinziehen könnte.
Zur gleichen Zeit ist die Aktivität der bewegten Coins stark gestiegen. Seit dem 4. Februar ist der Wert des Altersbands der bewegten Coins, der Aktivitäten durch die Verteilung zeigt, von etwa 79 Millionen auf mehr als 198 Millionen gestiegen – ein Anstieg um 150 Prozent. Das bedeutet, dass früher ruhende Coins nun bewegt werden, oft zu Börsen. In starken Bodenbildungsphasen sinkt dieser Wert normalerweise, da das Verkaufen nachlässt. Der aktuelle Anstieg, der selbst nach dem Kursrückgang sichtbar ist, zeigt aber, dass die Verteilung weitergeht.
Coin-Aktivität steigt erneut stark an: Santiment
Ein ähnlicher Anstieg Anfang Februar wurde kurz danach von einem weiteren Rückgang gefolgt. Das zeigt, dass die Umverteilung noch nicht abgeschlossen ist.
Wenn man die Geschichte des realisierten Preises, das NUPL und die erhöhte Bewegung der Coins betrachtet, sieht man: XRP befindet sich in einer Stresszone und ist noch nicht sicher in einer Phase der Ansammlung.
XRP-Kurs: Darum bleibt die 0,93-USD-Marke so entscheidend
Alle diese On-Chain-Signale beeinflussen auch die Preisstruktur. XRP bleibt weiter unter seinem gebrochenen Kanal und unter dem realisierten Preis. Dadurch bleibt das Risiko für weitere Verluste hoch.
Die nächste wichtige Unterstützung liegt bei 0,93 USD. Dieser Bereich passt zu Kanal-Projektionen und Fibonacci-Retracement-Zonen. Hier könnten Käufer versuchen, den Kurs zu verteidigen.
Falls die 0,93 USD nicht halten, liegt die nächste größere Unterstützungszone bei 0,52 USD. Dieser Wert diente bereits 2022 bis 2023 im Bärenmarkt als langfristige Basis.
XRP-Kursanalyse: TradingView
Auf der Oberseite muss der Kurs von XRP zuerst 1,47 USD zurückerobern, damit Investoren wieder Vertrauen gewinnen. Für eine bessere mittelfristige Struktur wäre ein Anstieg über 1,69 USD und 1,97 USD nötig.
Solange der realisierte Preis nicht zurückerobert wird, das NUPL nicht stabil bleibt und die Aktivität der bewegten Coins nicht für längere Zeit niedrig ist, werden alle Kursanstiege von XRP wahrscheinlich weiter auf Verkaufsdruck stoßen.