Bitcoin (BTC) ist in den letzten vier Wochen um 22,5 Prozent gefallen. Der Coin hat letzte Woche kurzzeitig seinen niedrigsten Stand seit über einem Jahr erreicht, bevor er sich erholt hat.
Der Rückgang hat die Diskussion um historische Zyklen, technische Indikatoren und On-Chain-Daten verstärkt, die Hinweise auf das mögliche Ende des aktuellen Bärenmarkts beim BTC-Kurs geben könnten. Da die Unsicherheit zunimmt, schauen inzwischen mehrere Analysten auf wichtige Kurszonen unter 40.000 USD.
Bitcoin-Kurs: Experten nennen wichtige Unterstützungen für das Tief
Daten von BeInCrypto Markets zeigen, dass die größte Kryptowährung am 6. Februar auf 60.000 USD gefallen ist. Später kam es zu einer Erholung und aktuell steht der Bitcoin-Kurs bei 70.354 USD, ein Plus von 1,20 Prozent am Tag.
Ein aktueller Bericht von 10x Research deutet darauf hin, dass der übergeordnete Abwärtstrend weiter anhält, obwohl die Stimmung und die technischen Indikatoren bereits extreme Werte erreichen.
Gleichzeitig zeigen Daten zu Mittelzuflüssen, dass Anleger vorsichtig bleiben. Weitere Rücknahmen bei Bitcoin ETFs und steigende Stablecoin-Umtauschraten deuten darauf hin, dass viele derzeit kein großes Interesse am schnellen Nachkaufen im Dip haben.
„Die Positionsdynamik zeigt, dass Trader eher auf Schuldenabbau und das Lösen von Positionen setzen, als sich auf eine typische schnelle Erholung vorzubereiten“, schrieb 10x Research auf X.
Da weiterhin Unsicherheit herrscht, konzentrieren sich viele nun darauf, das mögliche Tief beim BTC-Kurs zu finden. Viele Analysten schließen weitere Rückgänge nicht aus und schauen immer stärker auf Kurszonen unter 40.000 USD.
Analyst Ardi hat Fibonacci-Retracement-Level betrachtet, die mit früheren Zyklustiefs verbunden sind. Er stellte fest, dass Bitcoin im Bärenmarkt 2022 beim 78,6-Prozent-Fibonacci-Wert ein Tief markiert hat. Momentan liegt dieses Level in der Nähe von 39.176 USD und deutet auf weiteres Abwärtspotenzial hin.
Auch historische Trends liefern Hinweise. Analyst Nehal zeigte frühere Rückgänge und meint, dass die Bärenmärkte von Bitcoin mit der Zeit weniger stark wurden.
Laut der Analyse fiel Bitcoin im Jahr 2011 um 93 Prozent, 2015 um 86 Prozent, 2018 um 84 Prozent und 2022 um 77 Prozent. Daraus schließt Nehal, dass jeder Zyklus im Schnitt sieben Prozent weniger stark gefallen ist als der vorherige.
Wendet man dieses Muster auf den aktuellen Zyklus an und nimmt einen Höchststand von etwa 126.000 USD an, würde ein Rückgang um rund 70 Prozent auf ein mögliches Tief bei etwa 38.000 USD hindeuten.
Auch On-Chain-Daten sind wichtig. Analyst Ted Pillows sagte, dass der durchschnittliche Einkaufskurs der langfristigen Halter, die sogenannte Realized Price, bei bisherigen Zyklen etwa 15 Prozent über dem tatsächlichen Tief lag.
Der aktuelle Realized Price liegt bei etwa 40.300 USD. Das Modell zielt folglich auf ein mögliches Tief nahe 34.500 USD.
„Ich persönlich glaube nicht, dass wir so tief fallen werden“, fügte er hinzu.
Ein weiterer Analyst vermutet zudem, dass Bitcoin erst Ende 2026 ein vollständiges Tief bei 30.000 USD erreiche, bevor eine neue starke mehrjährige Rally startet.
Darum sehen Analysten den Bitcoin-Kurs dauerhaft über 50.000 USD
Unterdessen gibt es auch Stimmen am Markt, die meinen, das Tief beim Bitcoin-Kurs sei schon erreicht. Sie stellen die weitverbreitete Meinung infrage, dass noch eine starke Bärenmarktphase bevorsteht.
Ein anonymer Analyst sagte, dass der Bitcoin-Kurs oft bei Kursen das Tief bildet, mit denen die meisten Anleger nicht rechnen. In der Vergangenheit kam es fast immer direkt unter dem alten Allzeithoch zum Markttief.
„Die meisten Leute denken, Bitcoin macht noch einen großen Crash und der Bärenmarkt geht jetzt erst richtig los. 40K, 35K. Manche warten sogar wieder auf 20K. Und genau deswegen wird es vermutlich nicht passieren“, heißt es in dem Beitrag.
Dem Analysten zufolge hat sich die Marktstruktur verändert. Grund dafür sind unter anderem Bitcoin-Spot-ETFs und ein stärkeres Engagement von institutionellen Anlegern. Dies könne dazu führen, dass sich Bitcoin in Korrekturphasen anders verhält und ein Rückgang unter 50.000 USD weniger wahrscheinlich wird.
„Warum ergibt es keinen Sinn mehr, dass Bitcoin unter 50.000 USD fällt? Würden Institutionen, die gerade: ETFs gestartet, Milliarden an Kapital investiert, Anteilseigner informiert und Infrastruktur aufgebaut haben, zulassen, dass Bitcoin wieder auf Kurse fällt, die ihre Annahmen widerlegen? Das ist unwahrscheinlich. Können wir dennoch Volatilität sehen? Auf jeden Fall. Können wir starke Rücksetzer erleben? Natürlich. Doch grundsätzlich gilt: Ein Bitcoin-Kurs unter 50.000 USD würde bedeuten, dass etwas ernsthaft schiefläuft – nicht nur die Stimmung sich ändert“, sagte der Analyst.
Analyst Darkfost erklärte zudem, dass das Sharpe-Verhältnis von Bitcoin nun einen Bereich erreicht hat, der in der Vergangenheit oft mit dem Ende von Bärenmärkten verbunden war.
„Genau solch eine Entwicklung sehen wir häufig in der Nähe von Wendepunkten am Markt. Wir nähern uns allmählich einem Bereich, in dem sich dieser Trend in der Vergangenheit üblicherweise umgekehrt hat“, meinte der Analyst.
Trotzdem warnte er, dies bedeute nicht das Ende des Bärenmarktes. Vielmehr zeigt es, dass Bitcoin in eine Phase kommt, in der Risiko und mögliche Gewinne immer extremer werden.
Der Analyst ergänzte außerdem, dass diese Phase noch einige Monate andauern könnte. Zudem sind nochmal weitere Kursrückgänge möglich, bevor es zu einer deutlichen Trendumkehr kommt.

